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  • Kein Wunder ist der eine oder andere schon müde

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  • Es geht los: Der Drehort wird eingerichtet

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  • Gleich folgt der nächste Lachflash

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  • Nicht immer kann die Kamera gemütlich auf dem Stativ ruhen

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  • Ein fröhliches Team: Der Hauptdreh ist abgeschlossen

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  • Arbeit am Schnitt

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  • Synchronisation: Der ganze Dialog wird im Studio nochmal gesprochen

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  • Endkontrolle am frühen Montagmorgen

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  • Selbst ein so kleines Projekt gibt in der Farbkorrektur ganz schön zu tun

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  • Ein Bild aus dem fertigen Film

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ZFF72 - Die Entstehung von "Shutdown"

27. - 30. September 2019

Volker Volker
Shutdown - Unser Beitrag fürs ZFF72

"Shutdown" in der Galerie

Nachdem wir letztes Jahr wegen unseres Grossprojekts darauf verzichtet hatten, freuten sich alle drauf, dieses Jahr wieder am ZFF72-Wettbewerb des Zurich Film Festival mitzumachen. Dabei gilt es in 72 Stunden einen maximal 72 Sekunden langen Film zu einem vorgegebenen Thema zu produzieren. Eine tolle Herausforderung für das Team!

Als sich am Freitag um 15:30 Uhr die ersten WädiWOODler einfanden, war seit dreienhalb Stunden das Thema "Hacking" bekannt. Und als erstes stellte sich die Frage, was die Jungs damit verbinden. Es war eine interessante Sammlung, die zusammenkam. Neben dem klischeehaften jungen Erwachsenen im Hoodie vor dem Laptop fielen auch Begriffe wie Viren, Trojaner, öffentliches W-LAN, D-DOS, Smart Home. Durchaus bezeichnend war, dass als Täter nur Geheimdienste explizit genannt wurden.

Doch wie sollte aus alledem eine kurze, knackige Story werden, die sich von den fünf zur Verfügung stehenden Jungs in der verfügbaren Zeit umsetzen liess? Ein Smart Home als Angriffsziel war lange der Favorit, aber keiner kannte eine Wohnung, die gepasst hätte. Erst kurz bevor wir für den Tag Schluss machen mussten stand die Idee: Zwei Jungs befolgen eine Anleitung für einen Hacking-Prank (Hacking-Streich), die sie im Internet gefunden haben. Dass das nicht wie erwartet abläuft ist natürlich klar...

So hatten wir elegant einen Bogen zu den vielen (allerdings meist nicht Hacking-) Prank-Videos, die auch die Jungs zuhauf im Internet konsumieren, geschlagen und gleichzeitig vermieden, dass es 100% realistisch sein musste. Nebenbei klingt auch die Botschaft an, dass man nicht alles, was man im Internet findet, einfach so übernehmen sollte.

Der provisorische Zeitplan hätte vorgesehen, am Samstagvormittag mit dem Dreh zu beginnen. Doch wir hatten einerseits zwar eine fertige Idee, aber keineswegs ein fertiges Drehbuch, andererseits aber keine der in der Idee vorkommenden Websites oder einen als Angriffsziel taugenden Computer. Während also die Jungs die Story in ein Drehbuch umwandelten und die Materialliste erstellten kümmerte ich mich - mit ihrem Input - um die Erstellung der Websites. Ein Highlight war, dass sie fragten, ob das nun alle sehen können wenn sie die URLs aus dem Film eingeben. Die Seiten sahen also realistisch aus, obwohl sie auf einem lokal auf dem Laptop installierten Webserver liefen.

Am Nachmittag war dann endlich alles bereit, und wir machten uns auf den Weg zum Drehort. Da er in passabler Gehdistanz lag konnten wir - zum Erstaunen der Jungs, aber ganz dem Zeitgeist entsprechend - aufs Auto verzichten. Zum Glück haben wir unseren Plattformwagen mit den grossen Lufträdern! Nachdem der Drehort eingerichtet und die Technik aufgebaut war konnte es endlich richtig losgehen.

Andrin

Andrin

Diesmal habe ich die Rolle des Regisseurs übernommen. Die erste Herausforderung war definitiv, dass ich bei der Verfeinerung der Story nicht dabei war. So musste ich mir halt kurz vor dem Dreh überlegen, welche Einstellungen ich brauchte und wie ich allgemein die Szene gestalten wollte. Als ich dann ein grobes Bild von einer Vorstellung hatte, ging ich die Szene mit den Darstellern mal "trocken" durch. Etwas später haben wir dann schon begonnen zu drehen. Der Dreh ging dann ungefähr dreieinhalb Stunden. Insgesamt hat es mir sehr gefallen Regie zu führen und ich würde es sicher gern wieder mal machen.

Es war sicher mal was anderes, das Sagen zu haben und schauen zu müssen, dass das Material einigermassen brauchbar wird. Ausserdem habe ich der Sicherheit halber und aufgrund meiner Unsicherheit meistens einen Take mehr gemacht. Es ist nicht einfach, alles im Auge zu behalten und immer an alles zu denken!

Nicht zum ersten Mal, aber erstmals bei einem "scharfen" Projekt, übernahm Andrin die Regie. Obwohl er am Vormittag nicht hatte bei der Ausarbeitung des Drehbuchs dabei sein können, fand er schnell in seine Rolle und gab routiniert Anweisungen. Vielleich auch dank der spielerischen Teamübungen an der letzten Academy arbeiteten die Jungs wie geschmiert und konzentriert zusammen.

Bis sich die Darsteller so witzig verhaspelten, dass alle einen Lachanfall hatten. Da alle inzwischen ziemlich müde waren, kam es wie es kommen musste: Schon ein simples "Action" reichte, und vor allem Norjc und Emil, unsere beiden Schauspieler, konnten sich vor lauter Lachen nicht mehr einkriegen. Was bei der Technikcrew nicht in allen Situationen kritisch ist, ist bei Schauspielern natürlich fatal, und ans Weiterdrehen ist erstmal nicht mehr zu denken. Erst nach einigen Minuten Atemübungen hatten sich alle wieder beruhigt - der Dreh konnte weitergehen.

Norjc

Norjc

Dieses Wochenende hat mir besonders gefallen. Wieso? Ich durfte schauspielern, und mir macht das grossen Spass. Der Dreh machte viel Spass, manchmal ein bisschen zu viel. Mal mussten wir immer lachen, wenn wir uns nur ins Gesischt schauten. Das war irgendwie witzig, aber auch sehr nervig, da wir vor lauter Lachen nicht mehr drehen konnten. Zum Glück hat sich Volker was von René abgeschaut und konnte uns mit einer Atemübung beruhigen.

Während es Florin am Boom für einmal relativ chillig hatte, hatte Florian an der Kamera damit zu kämpfen, dass das Stativ in einigen Einstellungen schlicht keinen Platz hatte. Wir haben ja eine coole Kamera, aber Aufnahmen ohne Stativ sind in jedem Fall mühsam. Mit etwas Unterstützung waren dann auch diese Aufnahmen im Kasten.

Inzwischen war etwas passiert, das in anderen Situationen absolute GAU-Qualität gehabt hätte. Unser Tonrekorder hatte sich plötzlich geweigert, die Aufnahme zu starten! Da wir es nicht schafften, ihn mit einigen Tricks doch noch zur Zusammenarbeit zu überreden, hängten wir das Mikrofon als Notlösung direkt an die Kamera. So hätten wir zur Not neben dem Kameraton noch eine zweite Tonquelle gehabt. Aber da die Kamera für die Aufnahme von Bildern und nicht Ton optimiert ist, war nun definitiv klar, dass wir den Film komplett nachvertonen würden.

Florian

Florian

Zuerst war ich eigentlich für den Soundrecorder zuständig, also für die Tonaufnahmen, allerdings hat dieser dann nach einiger Zeit den Geist aufgegeben. Und so war ich dann für die Kamera zuständig. Da hatte ich einige Platzprobleme, da es bei einigen Kameraeinstellungen schlicht und einfach kein Platz für das riesige Stativ gab. Nachdem wir einige Einstellungen auf dem Stativ abgedreht hatten, mussten wir zur Handkamera übergehen, da diese Einstellungen mit dem Stativ nicht möglich waren. Dabei ist es vorallem eine Herausforderung, die Kamera schön still zu halten und das ist schwieriger als es aussieht. Vor allem, wenn man dann auch noch zoomen muss, denn dann wirkt die Aufnahme nochmal um einiges wackeliger. Mit ein bisschen Unterstützung hat dann allerdings alles geklappt und wir hatten schon bald alle Aufnahmen im Kasten.

Nach einer Essenspause musste das ganze Materiel nach Hause transportiert werden. Danach durften die ersten in den Feierabend. Emil und Andrin liessen es sich nicht nehmen, auch noch am letzten Teil des Drehs dabei zu sein. Mit leichtem Gepäck ging es zum Drehort. Es war inzwischen dunkel geworden, und so stand der kurzen Nachtaufnahme nichts mehr im Wege. Und dann war der Dreh endlich geschafft!

Am Sonntagmorgen nahmen Andrin und Florian den Schnitt in Angriff. Oder vielmehr als allererstes die Sichtung des Materials. Denn der Regisseur hat während des Drehs zwar alle Aufnahmen am Monitor gesehen, kann zu diesem Zeitpunkt aber nicht auf alle Nuancen achten. Oft wirkt eine Aufnahme, die am Set toll aussah bei genauerer Betrachtung gar nicht mehr so gut. Und was nach einem komplett schiefgegangenen Take aussah, kann durchaus mal den Schnitt retten.

Florian

Florian

Nachdem wir uns zuerst mal alle Clips angesehen haben und uns dazu Notizen gemacht hatten, haben wir mit dem Schnitt begonnen. Zunächst haben wir uns überlegt, welche Einstellungen, für welche Abschnitte des Clips wir nehmen wollen. Dann haben wir einfach mal einen ersten Grobschnitt gemacht und diesen dann den anderen gezeigt. Sie haben uns dann einige Verbesserungsvorschläge gesagt und was man eventuel anders machen sollte. Wir haben einige Dinge geändert, und so mal einen zweiten und etwas verbesserten Schnitt auf die Beine gestellt. Darauf haben wir uns den Clip einfach wieder und wieder angeschaut und hier und da noch was geändert und verbessert. Nach einiger Zeit hatten wir dann mit ein wenig Hilfe einen einigermasen finalen Schnitt, mit dem alle zufrieden waren.

Es war gar nicht einfach, die Story mit den zur Verfügung stehenden Aufnahmen so zu erzählen, dass sie nicht eintönig wirkt. Denn ein grosser Teil spielt auf dem Bildschirm, was naturgemäss weniger spannend anzuschauen ist als Menschen. Zum Glück hatten wir bei Face Me schon Erfahrungen gesammelt und deshalb unter anderem Aufnahmen von Tastatur und Mouse für Zwischenschnitte gemacht.

Als der Schnitt gegen 16:00 Uhr endlich fertig war stand die Synchronisation auf dem Programm. Die beiden Darsteller mussten nicht nur ihren Text nochmal sprechen, auch die Tastaturanschläge mussten aufgenommen werden. Das tönt erstmal recht einfach, aber damit es nachher zum Film passt muss alles im gleichen Rhythmus wie während des Drehs und mit dem passenden Ausdruck geschehen. Und das kann heftig anspruchsvoll sein. Glücklicherweise ist der Film nur kurz!

Emil

Emil

Das Synchronisieren war lustig und eigentlich gar nicht so schwierig. Aber es war auch anstrengend, 15 Mal immer wieder den gleichen Satz zu sagen, oder auch nur auszuatmen (weil ich eine dumme Lache habe). Aber es hat sich gelohnt.

Danach war es für die meisten schon Zeit heimzugehen. Florian setzte noch die Tonaufnahmen an der richtigen Stelle ein, dann blieben nur noch Norjc und Florin, die sich daran machten, in unserer Musikbibliothek die passende Musik zu finden. Die Leiter hatten derweil mit der Farbkorrektur begonnen, und an ihnen blieb auch die Nachtschicht für die Fertigstellung des Films hängen. Gegen 04:00 Uhr war es dann soweit: Render complete.

Florin

Florin

Ich und Norjc haben die Musik gemacht. Zuerst hörten wir uns verschiedene Musikstücke an und dann entschieden wir, was wir nehmen sollten. Dazu konnte man verschiedene Kategorien auswählen, wir nahmen die Kategorie Atmosphäre. Wir dachten nicht, dass es so lange dauern würde, doch es ging ca. 50min bis wir die besten Musikstücke gefunden haben. Ich dachte es würde vielleicht 30min dauern. Aber es hat viel Spass gemacht.

Obwohl sie schon Ferien hatten standen zwei der Jungs am Montag um 07:00 Uhr wieder auf der Matte und halfen bei der Endkontrolle. Sie waren begeistert vom Resultat, und so war das Wichtigste geschafft. Fehlte nur noch der Titel. Nachdem erst "Lights out" der Favorit war, entschieden wir uns schliesslich doch für "Shutdown". Da wir alles doppelt und dreifach kontrollierten, dauerten die Erfassung der Informationen auf der Wettbewerbsseite und der Upload des Films dann noch eine ganze Weile. Aber gegen 11:30 Uhr waren wir fertig. In jeder Beziehung...

Es war toll zu sehen, wie die Jungs in diesem Projekt aufgeblüht sind und gemeinsam einen coolen Film auf die Beine gestellt haben. Alle haben zusammengearbeitet und sich gegenseitig unterstützt und so diese grosse Herausforderung, zwar mit Unterstützung der Leiter, aber in vielen Bereichen schon sehr selbständig, gemeistert. So dürfen sie völlig unabhängig vom Resultat des Votings mit Recht stolz auf ihre Leistung sein - individuell und als Team!

Wir danken allen, die uns bei diesem Projekt unterstützt haben - ohne Euch wäre das nicht zu schaffen gewesen!