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  • Wir zeigen dem Programm die Raumachsen, sodass dieses berechnen kann, wo die Kamera steht

    Wir zeigen dem Programm die Raumachsen, sodass dieses berechnen kann, wo die Kamera steht

  • Jetzt können die 3D-Elemente in die Szene eingepasst werden

    Jetzt können die 3D-Elemente in die Szene eingepasst werden

  • Die Bewegung der vier Ziffern muss einzeln definiert werden

    Die Bewegung der vier Ziffern muss einzeln definiert werden

  • Im Schnittprogramm erfolgt der Entwurf der Integration mit den Staubelementen und des Sounds

    Im Schnittprogramm erfolgt der Entwurf der Integration mit den Staubelementen und des Sounds

  • Dann geht's ins Effektprogramm für den optischen Feinschliff

    Dann geht's ins Effektprogramm für den optischen Feinschliff

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Neujahrsclip

31. Dezember 2019 / 1. Januar 2020

Volker Volker
Was kommt? - Unser Neujahrsclip 2020

"Was kommt?" in der Galerie

Ein Adventskalender benötigt zum Neujahr einen würdigen Abschluss. Am liebsten hätten wir ein passendes Bild aus dem Schnee gehabt, aber das hat leider nicht geklappt. So musste eine Alternative her! Da wir für unser Projekt aus dem Jahr 2018 eh mit unserem 3D Programm arbeiten werden müssen bot sich an, eine kleine Übung in diesem einzubeziehen. So entstand schliesslich die Idee für "Was kommt?".

Als erstes brauchten wir einen Hintergrund, mit möglichst ebenem Boden, damit wir im 3D-Programm keine Unebenheiten nachbauen müssen. Es anerbot sich ein Bild von unserem Drehort aus der Drehzeit 2018, unter anderem, weil wir in einer ähnlichen Einstellung Effekte einbauen werden.

Es klappt aber nicht, jetzt einfach die 3D Elemente zu bauen und sie dann über das Bild zu legen. Damit es realistisch aussieht, müssen die Elemente und die virtuelle Kamera die sie "filmt" auch richtig stehen. Dafür müssen wir dem Programm erstmal einen räumlichen Eindruck der auf dem Bild festgehaltenen Örtlichkeit geben. Dazu beschreiben wir die Raumachsen anhand von - in unserem Bild zum Glück reichlich vorhandenen - geraden Linien. Gebäudekanten, Fensterrahmen usw. eignen sich bestens. Aus diesen Angaben kann sie Software dann berechnen, wie die Kamera ausgerichtet war und wie gross die Dinge auf dem Bild sind.

Jetzt ist das Bild in den 3D Raum "übersetzt", und wir können unsere Ziffern "korrekt" in die Welt stellen. Da sie durch den Boden brechen sollen, müssen wir diesen ebenfalls als 3D Objekt erstellen. Damit es zerbrechen kann nutzen wir eine dafür gemachte Funktion, die den Boden (oder andere 3D Objekte) in viele kleine Elemente aufteilt. Die Software kann dann berechnen, was passiert, wenn die Objekte miteinander zusammenstossen. Also auch wenn die Ziffern aus dem Boden aufsteigen. Diese Bewegung muss so animiert werden, dass sie nicht zu regelmässig ist und auch sonst nicht zu künstlich ist.

Nachdem noch einige weitere "Kleinigkeiten" erledigt sind, kann der Clip berechnet werden. Das ist für den Computer eine durchaus aufwendige Sache - für die ca 6s Animation hat es rund 2 Stunden gedauert. Wenn für einen "richtigen" Film kompliziertere Berechnungen für die Beleuchtung nötig werden kann dies gewaltig länger dauern. Nicht umsonst haben die grossen Effektstudios oft hunderte von Rechnern im Einsatz.

Damit ist aber erst die Basis erstellt; weiter geht's im Schnittprogramm. Dort sehen wir den Clip zum ersten mal in Echtzeit und bereiten die "Veredelung" vor. Was ein 3D-Programm nämlich nur mit sehr grossem Aufwand kann ist alles was mit sehr vielen kleinen Teilchen (wie z.B. Staub) oder Flüssigkeiten (z.B. Wasser, aber auch Feuer) zu tun hat. Und so "cheaten" wir für die beim Durchbruch des Bodens entstehenden Staubwolken und verwenden für diese sogenannte Stock Footage, also von darauf spezialisierten Firmen erstellten (2D-) Aufnahmen.

Die können im Schnittprogramm zwar nicht so schön eingebaut werden, aber es reicht, um einen Eindruck fürs Timing zu erhalten und um eine erste Version des Soundtracks zu erstellen. Für den Feinschliff geht's im Effektprogramm weiter. Hier können wir die Grenzen der Staubclips besser mit der Umgebung verschmelzen lassen und haben ganz allgemein bessere Kontrolle über die verschiedenen Einstellungen. Nebenbei wird der Clip ncoh etwas länger, damit der Text länger stehenbleibt. Und wir bauen weitere Staubelemente ein, damit die Sache noch realistischer aussieht. Insbesondere kommen auch noch Elemente vor dem Text dazu.

Schliesslich geht's zurück ins Schnittprogramm, wo wir den Soundtrack verfeinern und so abmischen, dass er nicht übersteuert. Schliesslich soll er auch bei einem so kurzen Clip "korrekt" sein. Es hat ganz schön lange gedauert (insgesamt ca. einen Arbeitstag), aber wir haben nun einen würdigen Clip zum Jahreswechsel 2019/2020. Alles Gute fürs neue Jahr!