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  • Emil für einmal am Soundrecorder

    Emil für einmal am Soundrecorder

  • ...da kann mal schon mal etwas durchdrehen...

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Academy Days

03. - 04. Juni 2017

René René

Wir hatten uns sehr auf das Wochenende gefreut, da wir endlich wieder mal zwei ganze Tage mit gemeinsamer Übernachtung haben würden. Gemeinsam zu übernachten, Kochen, Essen, ja und sogar Abwaschen gibt immer wieder ein Gefühl von Zusammengehörigkeit, das an den 1-Tages-Academys nicht so richtig aufkommen kann.

Die Academy Days waren ganz dem Thema Sound gewidmet. Zuerst demonstrierte Volker an einem Beispiel, wie wichtig Sound im Film ist. Wir hatten keine Ahnung davon, dass es eigentlich der Sound eines Films ist, der den Zuschauer so richtig in einem Film ankommen lässt. Je nach Quelle macht in einem Film der Sound 70% und das Bild nur 30% der Erfahrung für den Zuschauer aus. Ein durchaus erstaunliches Verhältnis, das wir aber nach dem Wochenende sehr wohl nachvollziehen können.

Interessant war denn auch die Erkenntnis, dass Sound eigentlich aus drei verschiedenen Bereichen besteht, welche integral zusammen funktionieren müssen, um dem Zuschauer des Films das beste mögliche Ergebnis zu geben. Wir diskutierten lebhaft und erkannten die drei Bereiche. Es sind dies:

  • Dialog (Gespräche): Der Dialog gibt dem Zuschauer Informationen, das heisst Wissen über die Story und die Hintergründe
  • Musik: Die Filmmusik gibt dem Zuschauer Emotion, das heisst Gefühle. Dabei kann die Musik eingesetzt werden, um eine Szene zu unterstützen, aber auch um sie genau ins Gegenteil zu drehen. Lustige Musik während eine weinende Person auf dem Bild ist wird zum Beispiel die Tränen automatisch in Freudetränen in den Augen des Betrachters verwandeln
  • Sound (Geräusche): Dieser Teil sorgt für die eigentliche "Immersion", das heisst das Eintauchen in den Film. Da er somit den Zuschauer "im Film hält" ist er in gewisser Weise sogar der wichtigste Teil

Wir haben dann den Tag damit verbracht einen Clip aufzunehmen. Zum ersten mal haben wir dann auch für alle Geräusche und Texte einzelne "Soundtakes" am Set gemacht, um den Ton dann auch wirklich neu aufbauen zu können.

Es ist - zumindest für grössere Filme - nämlich wichtig, dass ein sogenannter "M&E Track" erstellt werden kann, der nur Musik und Geräusche ("Effects", daher das "E") enthält. Denn nur dann ist eine Synchronfassung (d.h. eine Version in einer anderen Sprache) überhaupt möglich.

Am zweiten Tag haben wir mir mit der Nachbearbeitung begonnen und dabei den Soundtrack für einmal komplett aus den "Soundtakes" aufgebaut. Das ist ganz schön aufwendig, klappt aber selbst für den Dialog erstaunlich gut. Aber es braucht eben auch Zeit, weshalb der Clip noch nicht fertig ist.

Wir hatten eine Menge Spass an diesem Wochenende, auch mit der gemeinsamen Übernachtung und den gemeinsamen Essen. Und wir haben sehr viel gelernt.